Veranstaltung

PRISONERS OF DISSENT Locked Up For Exposing Crimes

Immer häufiger werden Whistleblower, Aktivisten und Menschen, die Misstände anprangern, mithilfe des Terrorism Act, des Espionage Act oder wegen Diebstahls von Regierungseigentum angeklagt. Die Liste der Whistleblower, die für Ihre Taten verurteilt wurden, ist heute sehr viel länger als noch vor ein paar Jahren. PRISONERS OF DISSENT analysiert dieses Phänomen, um besser verstehen zu können, wie für Verurteilungen rechtliche Grauzonen ausgenutzt werden und präsentiert politische und technologische Gegenmaßnahmen.

Sprecher*innen:
John Kiriakou (CIA Anti-Folter Whistleblower, USA); Annie Machon (ehem. MI5 Geheimdienstmitarbeiterin, BE); Annegret Falter (Vorstand Whistleblower Netzwerk e.V., DE); Magnus Ag (Programmchef, Freemuse, DK/DE); Silvanos Mudzvova (Künstler und Aktivist, ZWE)

Weitere Infos:
http://www.disruptionlab.org/prisoners-of-dissent

John Kiriakou gilt als der erste CIA-Mitarbeiter, der Informationen über die Folterpraktiken der US-Geheimdienste enthüllt hat. In seinem Beitrag wird er über die Auswirkung und Kosten sprechen, die durch Enthüllungen zur Nationalen Sicherheit in der USA entstehen. Er wird auch sein neues Buch präsentieren, „Doing Time Like a Spy: How the CIA Taught me to Survive and Thrive in Prison“, das im Mai 2017 veröffentlicht wird.
Am 17. Mai wird Chelsea Manning nach sieben Jahren Gefängnishaft freikommen: dieses wichtige Ereignis ist ein weiteres Thema der Konferenz und wir werden die Haftbedingungen und Repressalien diskutieren, denen Whistleblowern und Wahrheitsaktivisten ausgesetzt sind.

Unsere Sprecher*innen analysieren und diskutieren die persönlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen, die durch die Veröffentlichungen von geheimen Informationen entstehen. Sie sprechen über die Bedeutung des Terrorism Act, des Espionage Act und den Diebstahl von Regierungseigentum vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten über Gesetze, Politik und Aktivismus. Darüber hinaus diskutieren wir mit dem Publikum Taktiken und Strategien, die ein Engagement für gesellschaftliche Gerechtigkeit ermöglichen und die Entwicklung einer partizipativen Gesellschaft vorantreiben.
Ist das Gesetz eine Illusion, wie die isländische Aktivistin und Politikerin Birgitta Jónsdóttir behauptet? Können wir uns Interventionen ausdenken, die Druck auf Politiker ausüben ein kollektives und universelles Gesetz zum Schutz von Whistleblowern einzuführen? Können wir uns andere, humanere und modernere Modelle vorstellen, wie unsere Gesellschaften aufgebaut sind?


————
Elfte Konferenz der Disruption Network Lab Serie veranstaltet vom Disruption Network Lab e.V. und geleitet von Tatiana Bazzichelli. | In Kooperation mit dem Whistleblower Netzwerk e.V. und der Chelsea Manning Initative Berlin | In Kollaboration mit der Wau Holland Stiftung, dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) und der Resistance Study Initiative, University of Massachusetts Amherst, USA.

Das Programm wird gefördert durch die Reva & David Logan Foundation, Rosa Luxemburg Stiftung und der Open Society Initiative for Europe, part of Open Society Foundation.

AM
Fr, 12.05
BEGINN
19:30
EINLASS
18:30

John Kiriakou, Photo: Troy Page / t r u t h o u t

Annie Machon